Strafsenats des Bundes­gerichtshofs. Thomas Fischer ist Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof. Eine Kolumne von Thomas Fischer. Welche Lehren werden gezogen in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren Hofgang, Krafttraining, Fernsehen und Zelle aufräumen? Dazu zählt neben Bildungspolitik und Kunst auch die Kriminologie. Es geht also nicht um den Mörder X oder den Kindesentführer Y in Filmen und Fallgeschichten, sondern ganz direkt um jeden Bürger. Tatsächlich verhält sich alles ein wenig anders: Der Kindesentführer und -mörder Gäfgen sitzt eine lebenslange Freiheitsstrafe (mit Bejahung besonders schwerer Schuld) ab. April 2009). Franziska Augstein, Tochter von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein und Gesellschafterin des Spiegel Verlags, schreibt künftig regelmäßig für das Nachrichtenmagazin. Was also "soll" die Strafe? Wenn der Mensch auf die Ebene des "allgemeinen Äquivalents" reduziert wird, also des Geldes, das sich gegen alles auf der Welt austauschen kann und daher das ganze Universum "verflüssigt", dann kann, ja muss auch die Strafe in solch allgemeiner Währung ausgeteilt werden: Zeit. Der Staat muss dann auch regeln, wie lange, wie weit und in welchem Verhältnis gefoltert werden darf: Wie viele Finger darf man brechen, wie viele Stromschläge versetzen, wie lange das Ertränken simulieren für welches Rechtsgut? In ihrer nachklappenden Berufsbezeichnung lebt, anders als beim "Ex" ohne erläuternden Zusatz, nicht nur postamouröse Verächtlichkeit und demonstrative mitmenschliche Gleichgültigkeit fort, sondern ein gewisses Maß an Bedeutung, die sich aus der einst erworbenen Bezeichnung speist: Einem "Ex-Bahnchef" mag man eine Erhöhung der Pünktlichkeit des Schienenverkehrs nicht mehr zutrauen, aber zur Sanierung einer Fluglinie oder für eine philosophische Talk-Matinee über das Verhältnis von Bonuszahlung und Glückseligkeit in der griechischen Polis taugt er noch allemal. Folter ist ein hochwirksames und sehr zuverlässiges Mittel zur Wahrheitserforschung. Hat es uns allen nicht geschadet, wenn uns Eltern verprügelten, einsperrten, demütigten? Geschichte. Falls das Gesetz (»Recht«) das nicht hergibt, darf man »moralisch« ein bisschen nachhelfen, denn es trifft ja keinen Falschen. Wie und warum wollen wir strafen, und mit welchem Ziel? Die Frage, die sich tatsächlich stellt, ist einfach zu beantworten: Jeder Leser oder Zuschauer möge sich vorstellen, irgendein Kriminalkommissar habe das »Gefühl«, dass er Mitglied einer Räuberbande sei oder dass sein Sohn ein Kind sexuell missbraucht habe. Sie wissen, was Vernehmungspsychologie ist. Zehn Millionen schauten zu beim Waterboarden eines Bösewichts. Der Bundesrichter a. D. veröffentlicht künftig an jedem zweiten Freitag die Kolumne "Recht haben". Und zum Dritten wurde die einzig halbwegs spannende Frage nicht einmal erwähnt: Wie sähe es aus, wenn sich im Film herausstellte, dass der gefolterte Verdächtige unschuldig war? Das Gute kommt nicht aus dem äußeren Leid, sondern aus dem inneren Erleben. Für die rechtsstaatswidrige Behandlung durch die Polizei erhielt er später eine Entschädigung, die mit seinen Schulden verrechnet wurde; an seiner Verurteilung änderte das nichts. SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt. Der mutmaßliche Mitorganisator des Terroranschlags auf das WTC, Chalid Scheich Mohammed, soll insgesamt 183-mal der Wasserfolter unterzogen worden sein (»FAZ«, 20. Deshalb fragt man den Verhörten etwas, was man schon weiß. Die alternative Version »aus Sicht des Verteidigers« erspart uns die angestrengt empathischen Blicke des Kommissars (»habe auch eine Tochter in dem Alter«) und fügt den Aspekt hinzu, dass der Verteidiger beim Speisen Stress mit seiner Gattin hat, weil er den Kindermörder verteidigt. Spiegel Online verpflichtet Thomas Fischer als Kolumnisten. Jahrhunderts habe gelernt, dass der Schuster etwas von Leisten, der Tennisprofi etwas vom Topspin und der Kriminologe etwas von der Prävention verstehe, nicht zwingend aber ein jeder alles von allem. Zum Abschluss ein Rückblick auf Meinung, Moral und den wichtigsten Film aller Zeiten. Eine Kolumne von Thomas Fischer. Die dagegen gerichtete Revision des Angeklagten wurde vom 2. Wenn ein Zahnarzt sagt, die ganze Implantologie sei zu teuer und wenig nützlich, fallen ja auch nicht reihenweise kariöse Menschen in Ohnmacht, weil das Ende des freien Dentismus gekommen sei. Schirach verlegte das Ereignis in eine andere Stadt und tauschte das Geschlecht des Opfers aus, gestaltete die Story ansonsten aber so, dass 95 Prozent der Zuschauer das Ganze für eine nachgespielte Dokumentation des 18 Jahre alten Falls aus Frankfurt halten mussten. Das programmhistorisch Interessante am Projektcharakter war auch diesmal die verfehlte Fragestellung auf der Grundlage einer grob manipulativen Tatsachenpräsentation. Dies zu sagen, führt zwangsläufig zum schillernden Bild des sogenannten Nestbeschmutzers, einer Kunstfigur zwischen Verräter und Held. Haben Sie gestern deshalb niemanden überfallen oder vergewaltigt, weil Sie Angst hatten, sieben Jahre Freiheitsstrafe zu kassieren? Das Unrecht geht dadurch nicht weg, auch nicht der Schaden, das Leid von Opfern, die Enttäuschung. Das ist leider deutlich daneben: In der Wirklichkeit ist der Gefolterte nicht Täter, sondern Beschuldigter, also ein Verdächtiger. Eine "Delegation von Rache", wie die Interviewerin im Galli-Interview meinte, ist sie nicht. Was rechtmäßig ist, kann nicht zugleich Unrecht sein. Auch deshalb ist die Schirachsche Geschichte grob unterkomplex. Sie werden es auch nicht, indem man sie alle in orangefarbene Overalls oder gestreifte Anzüge steckt. Der Rest folgt daraus: Schirach lässt im Film die (wohl aus Veröffentlichungen des Kolumnisten stammenden) Argumente vortragen, der Staat wäre zu »Folterschulungen« und einer »Folterordnung« (in welcher Form auch immer) verpflichtet. Da haben wir uns aber geirrt, denn man benötigt zwar eine besondere, seltene Begabung und lange Ausbildung, um etwas vom richtigen Grillen, guten Autofahren, empathischer Tierpsychologie und den Spielregeln des Hallenhandballs zu verstehen, aber es gibt doch Themen auf der Welt, bei denen eine profunde Sachkenntnis dem Menschen eingeboren ist. Der Staat ist, auch wenn er schlecht ist, keine spontan agierende Mörderbande. In diesem Irrglauben werden sie vom Dichter Schirach regelmäßig bestärkt, der das Spektakel dazu noch mit der Weihe des Authentischen umnebelt. ARD-Drama »Feinde« nach Ferdinand von Schirach: »Was kann es Schlimmeres geben als den Zustand, in dem wir uns gerade befinden?«, Ein Gespräch von Lars-Olav Beier und Wolfgang Höbel, Ferdinand trifft... und raucht... und denkt. Je fetter ein Fisch ist, umso mehr Omega-3 und umso mehr Vitamin D enthält er in der Regel. Auf das Argument des Verteidigers mit der »Menschenwürde« des Täters antwortet daher der TV-Kommissar aus der Tiefe der Zuschauerseele: Und was ist mit der Menschenwürde des Opfers? SPIEGEL+ kann nur auf einem Gerät zur selben Zeit genutzt werden. Anders als eine Alt-Bundeskanzlerin oder ein Alt-Achtundsechziger, die nicht trotz, sondern wegen ihres Aufrückens in den virtuellen Ältestenrat ihre bestimmungsgemäßen Aufgaben in besonders hervorragender Weise weitererledigen, haben es Ex-Bahnchefs, Ex-Bundestrainerinnen, Ex-Richter und Ex-Gefängnisdirektoren hinter sich. Klicken Sie auf den Button, spielen wir den Hinweis auf dem anderen Gerät aus und Sie können SPIEGEL+ weiter nutzen. In Wahrheit ist es anders, und sehr bedauerlich ist, dass diejenigen, die auf solche Verdrehungen hereinfallen, gerade die sind, die am häufigsten in das von ihnen selbst hingehaltene Messer laufen. Das gefällt denen nicht, die meinen, es müsse dem Menschen besonders schlecht gehen, und er müsse möglichst wenig Hoffnung haben, damit er gut, richtig und angepasst wird. Der Dichter selbst erläuterte dem Publikum, dass die Frage, ob Folter erlaubt sei, mit »Nein« zu beantworten sei. Fast hätte man sich denken können: Der Kommissar auf dem »Tatort«-Sendeplatz hat gewonnen. Er soll Spiegel Online aber als Autor erhalten bleiben. Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Mit höchster Wahrscheinlichkeit nämlich würden dann die Projektteilnehmer wie die Zuschauer das gerade Gegenteil dessen meinen, was sie im Film erklärten. Das ist für Letzteren nicht zu viel, aber für Ersteren eklatant zu wenig. Ob er dem Opfer als Täter gegenübersteht, ist gerade die Frage. Thomas Galli, der früher Justizvollzugsanstalten leitete, hat im SPIEGEL ein Interview gegeben. Der Dichter vertritt dann aber, persönlich und heftig rauchend, parallel auch noch die moralische, also »gerechte« Sache. Das war angesichts der Spielfilm-Aufbereitung ein bisschen überraschend, aber hochgradig mehrheitsfähig, weil Schirach/Biegler ja vom Fach (Jurist) ist und daher eine Seite der Sache kundtut, die im Fernsehkosmos als »formaljuristisch« firmiert und sich notorisch durch schwere Moraldefizite zu erkennen gibt. Auf den Forumsseiten und im Internet hub alsbald ein schröckliches Geschrei und Geklage an über die angebliche "Verharmlosung mordender Männergewalt und die fruchtlose 'Kuscheljustiz'", und was der Dummheiten mehr sind, die sich Menschen ausdenken, die von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber umso stärker drängende Bedürfnisse haben. September 2016). Beides kann in der Geschichte der Gestapo und der Stasi nachgelesen werden. Thomas Fischer, Bundesrichter a. D., wird neuer Kolumnist von SPIEGEL ONLINE. Der Kommissar (Vorgesetzte scheint er nicht zu haben) stellt einen »Antrag« an die Polizeipräsidentin (! Rechtmäßigkeit ist die Frage nach der Regelhaftigkeit, nicht nach dem subjektiv Zumutbaren. Galli schlägt nicht vor, Verbrecher zu belohnen oder gefährlichen Menschen Gelegenheit zu geben, anderen zu schaden. Am Ende würde es allen nutzen. Klicken Sie auf den Button, spielen wir den Hinweis auf dem anderen Gerät aus und Sie können SPIEGEL+ weiter nutzen. Nichts weniger als eine »historische Programmierung« war angesagt, und der Programmdirektor der ARD, Volker Herres, erläuterte den Grund für das »spannende Experiment« im Interview so: »Wir versprechen uns größtmögliche Aufmerksamkeit für das zentrale, gesellschaftlich relevante Thema von Recht und Gerechtigkeit« (Das Erste). Menschenwürde in diesem Sinn hat nicht den weihevollen, quasireligiösen Ewigkeitscharakter, der dem Begriff oft anhaftet. Einmal direkt gefragt: Hilft Abschreckung bei Ihnen? Und es geht auch nicht darum, ob Tätern Leid angetan oder Schmerz zugefügt werden darf. Mir scheint, da ist die allgemeine Meinung etwas weiter als vor 60 Jahren. Kolumnen. Folter funktioniert gut, und sie bedient sich aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und rationalen Zwecksetzungen, die erforderlich sind, um sie erfolgreich zu machen. Wer zu Strafe verurteilt wird, hat schwer gefehlt; das unterstellen wir einmal. Doch weil ihn dieser Beruf nicht auszufüllen scheint, führt er im Netz einen Das Kind, dem er persönlich bekannt ist, tötet er unmittelbar nach der Entführung. Der Beschuldigte gesteht und verspricht, aus welchen rätselhaften Gründen auch immer, ewiges Stillschweigen über die Folter. Vieles von der Aufregung könnte man verstehen, wenn 50 Millionen Deutsche befürchteten, demnächst im Affekt von ihren Lebenspartnern umgebracht zu werden; aber das scheint mir, bei allem Hang zum Pessimismus in dieser schweren Zeit, nicht der Fall zu sein. Gesetzgebung: Alles neu! Wenn nein: warum nicht? Welche Punkte es bei dem Kaufen Ihres Spiegel Online Online zu beachten gibt! Mit ihrer 118. Mit den inhaltlichen Qualitäten, dem - noch einmal mit Marx gesprochen - "Gebrauchswert" der Individuen, steht die entmenschlichende Formalisierung in stetem Konflikt: Wir wollen die Gleichheit und Freiheit ja eigentlich nicht, um wie die Maschinen zu werden, die wir bedienen. Kolumne „Fischer im Recht“ (Die ZEIT) Kolumne „Recht Haben (Spiegel Online)“ Kolumne „Fischers kleine Presseschau (MEEDIA.de)“ Journal der juristischen Zeitgeschichte (JoJZG) „Verhüllung der Wahrheit“ (JoJZG 2019, Heft 1, S. 10) „Konzentration aufs Wesentliche“ (JoJZG 2019, Heft 2, … Kolumne „Fischer im Recht“ (Die ZEIT) Kolumne „Recht Haben (Spiegel Online)“ Kolumne „Fischers kleine Presseschau (MEEDIA.de)“ Journal der juristischen Zeitgeschichte (JoJZG) „Verhüllung der Wahrheit“ (JoJZG 2019, Heft 1, S. 10) „Konzentration aufs Wesentliche“ (JoJZG 2019, Heft 2, … Es geht um die Staatsverfassung und die Grundlagen der Demokratie. Man wird nicht "gleich" im Gefängnis, nur gleich erniedrigt. Von Schirach ist, was Johannes Mario Simmel in den frühen Jahren war: Ein Trivialautor, der vorgibt, Menschen »abzuholen, wo sie sind«, und mit angestrengt moralisierender Pose den Ungebildeten enthüllt, dass das Leben kompliziert, seine Probleme aber mit gutem Willen auf übersichtliche Fragen reduzierbar seien. Justizbeamter in der JVA Sehnde, Niedersachsen (Archivbild von 2018). Das ist gar nicht so schlecht. Kolumne „Fischer im Recht“ (Die ZEIT) Kolumne „Recht Haben (Spiegel Online)“ Kolumne „Fischers kleine Presseschau (MEEDIA.de)“ Journal der juristischen Zeitgeschichte (JoJZG) „Verhüllung der Wahrheit“ (JoJZG 2019, Heft 1, S. 10) „Konzentration aufs Wesentliche“ (JoJZG 2019, Heft 2, … Sagt er die Wahrheit, gibt man ihm Zuwendung und Hoffnung, nie weiß der Gefolterte, was die Vernehmer wissen. Sie haben die absolute Macht. Besserung kommt vor, ist aber nicht Ergebnis 15-jähriger Arbeit in der Wäscherei plus Gruppentherapie, sondern Resultat blitzartiger Erleuchtung und intuitiver Bekehrung. Wäre es derart simpel, hätte man schon vor langer Zeit wegen Ungeeignetheit mit dem Foltern aufgehört. Richtig ist, dass ein "Straf"-Vollzug, der ernsthaft darauf abzielt, was im Jahr 1977 (!) Die Antwort kann man jeden Tag auf »Querdenker«- und Pegida-Demos, in AfD-Anträgen oder Chaträumen hören und lesen: Formaljuristischer Verdächtigenschutz ist die Pervertierung des Rechtsstaats zum Täterschutz, ausgedacht von einer an sich selbst und an wirklichkeitsfernen Abstraktionen besoffenen Elite. Ex-Gefängnisdirektor will Haftstrafen abschaffen: "Wer nach 30 Ehejahren im Affekt seine Frau umbringt... "Menschenfeindlich und menschenunwürdig": Dieser Kriminologe will die Gefängnisstrafe abschaffen. Er schlägt vor, Straftäter als Individuen zu behandeln, also genau das zu tun, was das Grundgesetz allen Menschen verspricht. Jede seiner Lügen wird aufgedeckt, jedes Mal wird die Folter schlimmer. Anders gesagt: Wenn es rechtmäßig wäre, Beschuldigte zu foltern, der Staat es also dürfte, dann wäre er dazu auch verpflichtet, wenn die regelhaften Voraussetzungen vorliegen. In der Mediathek läuft eine dritte, verkürzte Version, angeblich »auf die Rechtsfrage reduziert«, um, so Herres, den »Sehgewohnheiten des Streamingpublikums« entgegenzukommen (scil. Immer wieder fragt man ihn nach Dingen, Namen und Ereignissen, die längst bekannt sind. ), den Beschuldigten foltern zu dürfen. Eine Interior-Element, dass dabei auf keinen Fall fehlen darf: Ein schöner, großer Spiegel. Man kann natürlich auch dazu das eine oder andere anmerken, aber das ist eine andere Kolumne. Die Schirachschen Millionenspiele könnte man ignorieren, wenn sie nichts wären als Unterhaltung. So ist es auch mit Ex-Gefängnisdirektoren. Es ist ja eigentlich nicht so furchtbar aufregend, wenn ein Fachmann ("Profi") einmal etwas fachlich von der herrschenden Meinung Abweichendes sagt, was man selbst so noch nie gedacht oder gehört hat und gern auch spontan bezweifeln darf. Folge endet die Kolumne von Bundesrichter Thomas Fischer. Er wäre teurer, aufwendiger, individueller, gezielter, menschenzugewandter. Es geschah, was geschehen sollte. Dazu kommen alle Weiterungen: Wenn Foltern ein Recht des Staates ist, kann der Vorgesetzte seine Untergebenen zum Foltern anweisen. Die Bösen und Schuldigen, die Täter, dürfen sich »formaljuristisch« beschweren, aber nicht moralisch. Hallo und Herzlich Willkommen zum großen Produktvergleich. Zu diesem Zweck erfindet er angebliche »Abgründe«, die bei näherem Hinsehen Karikaturen derselben sind. Insoweit irrt Galli: Die vollständige Ent-Individualisierung, das Vorenthalten der Selbstbestimmung und die ins Extrem gesteigerte Bürokratisierung eines vollständig banalen, ins Unendliche gedehnten Alltags in unseren Gefängnissen ist nicht bloße Funktion zur Aufrechterhaltung der Funktion, nicht schlichte Notwendigkeit zur Erhaltung des Systems, sondern das innere Programm der Strafe selbst. Programmdirektor Herres nannte es »einen Entführungsfall«, die Berichterstattung im Vorfeld kündigte eine Aufarbeitung des »Falls Daschner« bzw. Die dem Spielfilm beigefügte Dokumentation warf überdies Fragen nach der Seriosität des angeblichen »Projekts« auf: Zum einen wurde mit keinem Wort erwähnt, dass und warum die Schirachsche Version in einigen wichtigen Punkten vom authentischen Fall abwich. Kolumne „Fischer im Recht“ (Die ZEIT) Kolumne „Recht Haben (Spiegel Online)“ Kolumne „Fischers kleine Presseschau (MEEDIA.de)“ Journal der juristischen Zeitgeschichte (JoJZG) „Verhüllung der Wahrheit“ (JoJZG 2019, Heft 1, S. 10) „Konzentration aufs Wesentliche“ (JoJZG 2019, Heft 2, … Hunderttausende folgten ihm insgesamt 118. Diese Hürde hat der Ex-Gefängnisdirektor, von welchem hier die Rede ist, souverän gemeistert. Mein Name ist Micky Beisenherz. Das fänden alle ganz normal, denn Patienten und Ärzte haben ja persönliche Interessen und daher wissenschaftliche Meinungen, die dazu passen. Anders gesagt: Folterer haben eine Folterausbildung. Der Dichter Ferdinand von Schirach hat die ARD zu einem weiteren Meilenstein der … Eine Kolumne von Thomas Fischer Wie und warum wollen wir strafen, und mit welchem Ziel? Über die Versuchsanordnung herrschte eine gewisse Uneinigkeit: Im Film wurde das Experiment als »Projekt« des Autors Schirach bezeichnet, weil 300 Kinobesucher in bewährtem Schirach–Setting mit der hochgradig relevanten Frage: »gerecht oder ungerecht« konfrontiert wurden. Ohne Zweifel schmerzt das, den einen mehr, die andere weniger. Im Vergleich zu Bildern, einem Regal und Co. haben Spiegel den Vorteil, dass wir darin nicht nur unser Outfit checken können, sondern auch, dass sie den Raum optisch größer wirken lassen. Allen anderen kann angeboten werden: Weil der Staat (nicht: Kommissar Meier) seine Bürger in Friedenszeiten (und meistens auch im Krieg) nicht wie Sachen, Objekte, Sklaven, Tiere behandeln darf, egal aus welchem (guten) Grund. Titel seiner zweiwöchentlich erscheinenden Medien-Kolumne: „Fischers kleine Presseschau“. Seine Kolumne „Fischer im Recht“ bei "Zeit Online" nutzte der Richter jetzt für einen ausführlichen Bericht über die Erlebnisse in der Talkshow – und rechnet darin ab. Der Film und das sogenannte »Projekt« trugen den Titel »Feinde«. Über die Schicksalsfrage, ob das Recht gerecht sei, durften dann 300 preisgünstige »Projekt«-Statisten per Stimmzettel abstimmen und erwartungsgemäß der Ansicht sein, der Kommissar habe zwar »rechtlich« falsch, gerechtigkeitsmäßig aber richtig gehandelt. Ich mache sehr häufig Vitamin D- und Fettsäureanalysen. Strafrecht: Zum Ausklang. Eine Kolumne von Thomas Fischer. Voraussetzung ist, dass der Folterer nicht ein schwachköpfiger Sadist, sondern ein intelligenter Polizist ist, der über Foltern hundertmal mehr weiß als jeder Gefangene und erst recht als jeder Filmzuschauer. Ich meine die Frage nicht gänzlich allgemein, sondern etwas konkreter: Bezogen auf Freiheitsstrafe. Freiheitsstrafe ist also nicht, wie zuvor, Einsperren zur Vernichtung, Verhungern- und Verfaulenlassen in "Verliesen";  keine Form der Körperstrafe, sondern Bemächtigung von Körpern, Reduktion von Individualität auf die äußere Gleichheit von Sachen, Enteignung von Selbstbestimmung und Aneignung von Körperfunktionen: Sträflinge brechen Steine oder bauen Straßen, auch wenn sie Physiker oder Philosophen waren. Seine Kolumne auf SPIEGEL Online verfolgt nicht nur das Team von Plan A, auch viele andere lesen die Texte mit großem Interesse. Das würde höchstens die Pressesprecherin eines Bundesverbands für präventive Implantologie sagen, und eine kassenzahnärztliche Vereinigung würde vielleicht schöne Plakate drucken zum Aufhängen in den Wartezimmern. Denn es geht nicht um nette Kommissare, die »auch eine Tochter« haben. Das könnte man eigentlich schon wissen, wenn man »Der Fixer« von Bernard Malamut (1966) oder »1984« von George Orwell (1949) gelesen hat. Tatsächlich ist die Behauptung grob falsch, wonach Folter kein geeignetes Mittel der Wahrheitserforschung sei – angeblich, weil gefolterte Menschen bereitwillig alles sagen und tun, um dem Schmerz zu entkommen. Bessert Schmerz? Wenn Sie darauf keine Antwort haben: Warum sind Sie sich dann sicher, dass man über Alternativen nicht nachdenken soll? ins Strafvollzugsgesetz geschrieben wurde, als erstmals (!) Keine Justizvollzugsanstalt weit und breit - nur Vernichtung, Rache, Gnade, Verzeihung, Schicksal. Die Auskunft darüber, was dieser Titel bedeuten soll, sind Autor und ARD schuldig geblieben. Es ist kein frommer Wunsch und keine »Anspruchsgrundlage«, sondern eine Umschreibung des Fundaments dessen, was wir als moderne staatliche Verfassung verstehen: Inhalt, Ziel, Versprechen, Wirklichkeit von 500 Jahren »bürgerlicher« Revolutionen in Europa, Amerika und anderswo. Und das nächste Schneechaos wird sicher das Fürchterlichste. August 2015 (Urteil des Landgerichts am 5. Woanders muss ich alles selbst bezahlen. Kaum ist das Wasser verschüttet und der Schuldige abgetrocknet, fügen sich die beiden Stränge aber wieder: Der Schuldige hat gestanden. In früheren interaktiven Gerechtigkeits-Events lautete die Frage »richtig oder falsch« oder »schuldig oder nicht schuldig«. des »Falls Gäfgen« an. Schwer erschütterter Kommissar, der mit einer (!) Die Gesellschaft ist nun einmal keine Versammlung von Aktionären, die sich "auflösen" und ihrer Wege gehen kann: Die pure Fiktion der individuellen Marktfreiheit ersetzt das Entscheidende. Vom Strafgericht wird "Schuld" zugemessen: persönliche Verantwortlichkeit für Unrecht. Wer den des Mordes verdächtigen Herrn G. »moralisch« foltern lassen will, müsste auch zustimmen, dass er selbst gefoltert wird, sein Ehepartner oder Kind. Die Gleichsetzung mit frühneuzeitlichen Vernichtungsstrafen und stumpfsinniger Barbarei verharmlost und verzerrt die Sache. Ohne dass es problematisiert wird, trennt der Film hier also in zwei Perspektiven: Der wissende Zuschauer kennt die Schuld des Verdächtigen und beobachtet den unwissenden Kommissar bei dessen gut gemeinter Aufklärungsfolter. Da die Verdrehung vor den Zuschauern angelegentlich verborgen wird, bemerken diese nicht, dass die Frage so falsch ist wie die Antwort dumm. Die Kolumne (von der Kolumne des Spaltensatzes, von lateinisch columna ‚Stütze‘, ‚Säule‘) bezeichnet in der Presse einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform. Wer sie schon vorab beantwortet, hat es natürlich leicht: Warum soll man dem Schuldigen nicht Leid zufügen? In Stuttgart, so wurde berichtet, werde von der Polizei rassistische "Stammbaumforschung" betrieben. In Berlin zog der Aufmarsch der Apokalyptiker seine Bahn und jubelte dem Rechtsstaat zu, der ihm dies ermöglichte. Kaum erwähnenswert, dass selbstverständlich alle fanden, es sei ungerecht, dass der schuldige Mörder im Film freigesprochen wurde. Das Wort ,Kolumne‘ wurde seit dem 16. Er war nach observierter Lösegeldübergabe festgenommen worden. 23.03.2020. Nun könnte man in der Hoffnung leben, der Mensch des 21. Der Dichter Ferdinand von Schirach hat die ARD zu einem weiteren Meilenstein der Fernsehgeschichte inspiriert. Diese schlichte Rechnung ist das große Geheimnis hinter der ganz neuen Entdeckung der "Natur" des Menschen, und seiner göttlichen Bestimmung, von nun an "gleich" zu sein, und ganz und gar "frei", diese Gleichheit an den Meistbietenden zu verkaufen. Jahrgang 1953, ist Rechts­wissenschaftler und war Vorsitzender des 2. Der Autor einer regelmäßig erscheinenden Kolumne wird Kolumnist genannt. Vom Strafvollzug hat kaum jemand Ahnung, aber alle eine entschiedene Meinung. Was macht der Kapitalismus, damit die Welt schnell und bunt wird? Tatsächlich sind sie aber eine Aushöhlung der Wirklichkeit durch Vortäuschung und Verfälschung fiktiver Authentizität. Was ist eigentlich Strafe? Es geht also nicht darum, ob Folter »ungeeignet« ist. Es geht vielmehr in den Verlautbarungen regelmäßig um Höheres, Überindividuelles: Gerechtigkeit, Schuld, Pädagogik und die großen kriminologischen Anliegen als solche. Wir belassen es bei dem Hinweis, dass erstens das Einschalten eines Films, den man nicht kennt, wenig über die Meinung sagt, die man zu einer an seinem Ende gestellten fiktiven Frage hat, und dass zweitens die Antwort auf die Frage, ob am Sonntag um 20.15 Uhr wohl mehr Menschen das Erste oder ein Drittes einschalten, mit deutlich weniger Aufwand zu prognostizieren wäre. Er macht alle Menschen gleich. 29.08.2018 Anzeige. Vom Strafvollzug hat kaum jemand Ahnung, aber alle eine entschiedene Meinung. Was konnte man diesmal lernen? Es fragt sich also, welches Interesse die große Mehrheit der Bürger und Bürgerinnen hat, die ohne über "Tatort" und Hollywood hinausgehende Sachkenntnis sehr dezidierte Vorstellungen davon hat, wie der Strafvollzug zu sein hat und wie "gut" oder "schlecht" er in Straubing, Tegel, Zeithain oder Werl funktioniert. Alle Artikel aus Deutschland von Glonaabot mit dem Label #Thoma Fischer Man kann die Folter nicht aus immanenten Gründen der »Ungeeignetheit« und nur mühsam aus überzeitlichen Gründen der Moralphilosophie ablehnen. Wie könnte man Menschen zur Verantwortlichkeit bringen, indem man ihnen jegliche Verantwortung für sich selbst nimmt? Hinzugefügt war schließlich eine seltsame Dokumentation über den Fall Gäfgen/Daschner, ergänzt um die Fälle der Entführung von Richard Oetker am 14. Ist das der Grund, warum Sie Ihre Angehörigen nicht zu Krüppeln schlagen und Ihre Freunde nicht berauben? Es ist leider nicht wirklich verwunderlich, dass dieses Eventangebot, aufgepeppt mit einer zweifelhaften »interaktiven« Demokratisierung der Entscheidung vorgestanzter Antworten, das Gefallen von Impresarios findet, die in Ethikseminaren zur Abschreckung noch immer das »Millionenspiel« (WDR, 1970) vorstellen, in Talkshows treuherzig beteuern, was sie »aus Gladbeck« angeblich alles gelernt haben, und dann freudetrunken zehn Millionen Zuschauer »Experimente« über Folter veranstalten und über »Recht und Gerechtigkeit« abstimmen lassen. Eine Erklärung hätte nämlich neben der Frage der Gerechtigkeit auch die Frage nach der Ekelschwelle angesichts der voyeuristischen Wichtigtuerei mit dem Leiden Dritter aufgeworfen. Die Schirach-Story ist rasch erzählt und erneut von erstaunlicher Schlichtheit, die sich hinter allerlei Bühnentheatralik verbirgt: Eiskalter Täter entführt zwölfjähriges Kind reicher Eltern und versucht, Lösegeld zu erpressen. Wenn man zum Beispiel ins Alte Testament schaut, in dem von Strafe viel die Rede ist, oder in die großen Mythologien, die von der Schuld und ihrer Verarbeitung nur so wimmeln, stellt man fest: Nirgendwo liest man von einer ordentlichen Freiheitsstrafe. Er ist berühmt und populär erstens durch die Tatsache, dass er schlicht ein "Ex" ist, also die Sicherheit einer rest-lebenslangen Alimentation nach Besoldungsgruppe A 16 (Leitender Regierungsdirektor) gegen den Nervenkitzel freiberuflicher Anwaltstätigkeit getauscht hat. Kolumnen. Kolumnen. Denn so sicher die meisten Menschen sind, dass Schuldige büßen müssen, so sicher sind sie, dass Unschuldigen nichts angetan werden dürfe. Die zweckfreien "Ausgleichs"-Formeln aus der Königsberger "Metaphysik der Sitten" des Jahres 1794, wonach, wenn die Gesellschaft sich auflöste und auseinanderginge, zuvor noch der letzte Verurteilte hingerichtet werden müsste, klingen bedeutend, sind allerdings wenig mehr als die hochgelehrte Verschnörkelung des Marktgeschehens. Jahrgang 1953, ist Rechts­wissenschaftler und war Vorsitzender des 2. Katharina Schlothauer und Bjarne Mädel als Ermittler in »Ferdinand von Schirach: Feinde – Gegen die Zeit«, Stephan Rabold / picture alliance / dpa / ARD Degeto / Moovie. Herr Biegler im Film und Herr Schirach im Abspann sagen dazu aber mit milder Stimme, die Würde des Menschen sei unantastbar und die Folter eine sehr unzuverlässige Beweismethode. In Castrop-Rauxel bin ich Weltstar. Damit nähern wir uns einer der beiden entscheidenden Fragen: Wer ist hier schuldig, und woher wissen wir das? Fischer erreichte eine Leserschaft, von der die allermeisten Kolumnisten nur träumen können. Kolumnen. Die eigentlich wichtige Frage, ob man durch Folter beweisen kann, dass ein Verdächtiger schuldig ist, verdreht Schirach in die Frage, ob man einem Schuldigen durch Folter ein Beweismittel abnötigen darf. Wir fassen es nicht, was dauernd los ist. Das eigentlich Herausragende an Thomas Galli aus Augsburg ist aber, dass er sein Ausscheiden aus dem Justizvollzugsdienst nicht als stilles "Aufgeben" intern verarbeitete oder als allein persönlich motivierte Neuorientierung euphemisierte, sondern offensiv begründete - kritisch, analytisch und ganz überwiegend zutreffend: Strafvollzug in Deutschland ist vielfach menschenunwürdig und im Ergebnis kontraproduktiv.

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